Religion einmal ganz praktisch erleben – diese Möglichkeit hatten unsere Schülerinnen und Schüler bei ihrem Ausflug in das Bibeldorf Rietberg. Das deutschlandweit größte Open-Air-Bibelmuseum macht die Welt der Bibel auf eindrucksvolle Weise erfahrbar. Historische Gebäude, Werkstätten und Mitmachstationen vermitteln anschaulich, wie die Menschen vor rund 2.000 Jahren gelebt, gearbeitet und ihren Glauben gestaltet haben.
Zu Beginn des Besuchs erhielten die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in die Landschaft und Lebenswelt Israels zur Zeit der Bibel. Berge, Seen und Wüsten prägen das Land bis heute und bestimmten schon damals das Leben der Menschen. Gemeinsam wurde nachvollzogen, welchen beschwerlichen Weg Maria und Josef vermutlich von Nazareth nach Bethlehem zurückgelegt haben und welche Herausforderungen eine solche Reise mit sich brachte.
Anschließend teilte sich die Klasse in Gruppen auf und durfte verschiedene alte Handwerkstechniken kennenlernen und selbst ausprobieren. Mit viel Geschick entstanden aus Naturfasern stabile Seile, die vollständig von Hand gedreht wurden. Außerdem fertigten die Schülerinnen und Schüler ihren eigenen kleinen Holzhammer an und stellten aus verschiedenen Kräutern, die bereits in biblischer Zeit verwendet wurden, ein aromatisches Kräutersalz her. Dabei wurde deutlich, wie viel Zeit, Geduld und handwerkliches Können früher für alltägliche Gebrauchsgegenstände erforderlich waren.
Ein weiterer Programmpunkt führte die Klasse in eine nachgebildete Synagoge. Dort erfuhren die Schülerinnen und Schüler Wissenswertes über das religiöse Leben der Menschen zur Zeit Jesu. Sie lernten die Bedeutung der Kippa, des Tallits und der Thora kennen und erhielten einen anschaulichen Einblick in die Gebetstraditionen des Judentums. So wurde auch deutlich, in welchem religiösen Umfeld Jesus aufgewachsen ist.
Eine kleine Pause bot Gelegenheit, selbst ein Stück biblischer Esskultur zu erleben: Gemeinsam wurden Fladenbrot, Wasser und ein Dip aus Joghurt mit dem zuvor selbst hergestellten Kräutersalz genossen.
Gestärkt ging es anschließend in ein Nomadenzelt aus Ziegenfell. Dort erfuhren die Schülerinnen und Schüler, wie Nomaden in der damaligen Zeit lebten, reisten und ihre Familien versorgten. Zum Abschluss stand schließlich das Mahlen von Getreide auf dem Programm. Mit einer Handmühle verwandelten die Schülerinnen und Schüler Korn in Mehl und erfuhren, wie mühsam die Herstellung eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel der damaligen Zeit war. Dabei wurde deutlich, warum Brot in der Bibel eine so zentrale Rolle spielt.
Der Besuch im Bibeldorf zeigte eindrucksvoll, wie spannend Geschichte und Religion sein können, wenn sie nicht nur erzählt, sondern mit allen Sinnen erlebt werden. Viele Inhalte aus dem Religionsunterricht wurden an diesem Tag greifbar und bleiben den Schülerinnen und Schülern sicher noch lange in Erinnerung. Mit zahlreichen neuen Eindrücken und selbst gefertigten Erinnerungsstücken im Gepäck kehrte die Klasse zur Marienschule zurück.