© LightField Studios / Shutterstock.com
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Der Marienschule-Podcast – Hören, was uns bewegt

Jetzt reinhören: Der Marienschule-Podcast ist da!

Tauche ein in das bunte Leben an der Marienschule! In unserem neuen Podcast kommen Schülerinnen, Lehrerinnen und spannende Gäste zu Wort. Ob Schulprojekte, besondere Aktionen, Interviews oder Einblicke hinter die Kulissen – hier erfährst du, was unsere Schule bewegt.

 

Unser neustes Podcast-Projekt

Mit viel Engagement, Feingefühl und moderner Technik haben Schülerinnen der Arbeitsgemeinschaft „Stimmen der Vergangenheit“ an der Marienschule Hamm ein wichtiges Zeichen gesetzt: Sie haben den Schicksalen von Menschen nachgespürt, die während der Zeit des Nationalsozialismus in Hamm verfolgt wurden – und ihnen ihre Stimme zurückgegeben.
 
In der AG arbeiten Schülerinnen, die sich intensiv mit den Lebens- und Verfolgungsgeschichten dieser Menschen auseinandergesetzt haben. Ziel war es nicht nur, historische Fakten zu sammeln, sondern die einzelnen Schicksale greifbar und hörbar zu machen. In einem modernen Podcaststudio erzählten die Schülerinnen die recherchierten Biografien nach und verwandelten trockene Archivinformationen in bewegende Geschichten.

Wilhelm Lübke

Wilhelm Lübke war ein Sinto aus Hamm. Geboren in Berghoff, Korbflechter von Beruf, katholischen Glaubens, Ehemann und Familienvater. Er wurde im Nationalsozialismus verfolgt, entrechtet und mehrfach verhaftet – nicht wegen einer Tat, sondern weil er als „arbeitsscheu“ galt und sich angeblich der Wehrpflicht entzogen hatte. Ab 1940 befand sich Wilhelm Lübke in Schutzhaft. Seine Verschleppung führte ihn unter anderem in das KZ-Arbeitsdorf Fallersleben und schließlich in das Konzentrationslager Buchenwald. Über seinen Tod gibt es bis heute keine eindeutigen Angaben: Weder im Totenbuch von Sachsenhausen noch in dem von Buchenwald ist er verzeichnet. Ort, Datum und Umstände seines Todes lassen sich nicht mehr genau rekonstruieren – ein Verbrechen für sich. Dieses Video erzählt erstmals zusammenhängend die Geschichte von Wilhelm Lübke und ordnet sie in die Verfolgung der Sinti und Roma in Hamm und in Deutschland ein. Es ist ein Beitrag gegen das Vergessen – und für das Gedenken an einen Menschen, dessen Name bleiben soll.

Dr. Josef Kleinstraß

Die bewegende Lebensgeschichte des jüdischen Arztes Dr. Joseph Kleinstraß (1884–1945) aus Bredenborn. Aufgewachsen in einer jüdischen Kaufmannsfamilie, studierte er Medizin und wirkte viele Jahre als engagierter Arzt in Hamm – besonders für ärmere Menschen. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde er entrechtet, 1938 verhaftet und 1942 nach Zamość deportiert. Dort verliert sich seine Spur. Briefe an seinen Neffen geben einen eindrücklichen Einblick in Hoffnung, Angst und Verfolgung. Ein Einzelschicksal, das stellvertretend für das Leid vieler jüdischer Familien aus der Region steht.

Adolf Berkemeyer

Die fast vergessene Geschichte von Adolf Berkemeyer (1900–1962) aus Unna. Ein Geschäftsmann, Ehemann und Vater, der wegen seiner politischen Überzeugungen verfolgt wurde. Als SPD- und später KPD-Mitglied tauchte er 1933 vor den Nationalsozialisten unter, wurde jedoch verhaftet, bedroht und in mehrere frühe Konzentrationslager verschleppt. Dort erlitt er schwere Misshandlungen, die ihn körperlich und seelisch dauerhaft zeichneten. Nach 1945 blieb die juristische Aufarbeitung weitgehend aus, Täter entzogen sich der Verantwortung. Berkemeyers Schicksal steht exemplarisch für viele frühe Opfer des NS-Terrors – und dafür, wie wichtig Erinnerung ist, um ihre Stimmen nicht verstummen zu lassen.